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Wein trifft Fachwerk
Foto: Volker Beushausen

Wein trifft Fachwerk

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Im denkmalgeschützten Seidemann’schen Haus an der Kappusstiege hat Daniel Strauch sein FeinWerk eröffnet: Weinbar, Feinkostladen und Restaurant in einem.

Zwischen freigelegten Balken, warmem Licht und alten Mauern steht der Wein nicht einfach nur im Regal. Er gehört hier zum Raum. Zum Holz, zum Stein, zum Gewölbekeller unter dem Haus. Seit Dezember 2025 hat Dorsten mit dem FeinWerk ein Lokal, das sagt: Komm rein, setz dich, probier mal.

Daniel Strauch hat sich mit der Weinbar einen Wunsch erfüllt. „Wein war schon immer ein Traum“, sagt er. Ganz fremd ist ihm die Gastronomie dabei nicht. Strauch stammt aus einer alten Dorstener Gastronomenfamilie, schon sein Großvater betrieb in den 1950er-Jahren eine Kneipe in der Stadt. Eine klassische Sommelier-Ausbildung hat er nicht, dafür viel Wissen, Erfahrung und einen klaren Anspruch: „Authentizität ist wichtig.“

Liebe muss sein

Das passt zum Haus. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 17. Jahrhundert ist das älteste Fachwerkhaus Dorstens. Besonders der alte Gewölbekeller hat es Strauch angetan. Dort lagert der Wein bei nahezu idealer Temperatur. Oben ist das FeinWerk bewusst klein gehalten. 32 Plätze, eine offene, warme Atmosphäre. „Nicht so etepetete“, sagt Strauch.

So ist auch die Küche gedacht: hochwertig, regional, saisonal, aber nicht steif. Die Gerichte kommen auf den Tisch und dürfen geteilt werden. Es bestellt nicht zwingend jeder für sich, sondern probiert gemeinsam. Mal Burrata, mal Schinken, Kalamata-Oliven, Rotbarsch oder Maishähnchenbrust. Die neue Sommerkarte ist leichter geworden, passend zur Jahreszeit. Produziert wird frisch und möglichst so, dass wenig übrig bleibt.

Für die Küche ist Joelle Anojulu verantwortlich, den Strauch schon lange kennt. Ausgebildet wurde er unter anderem bei Björn Freitag, heute übernimmt er im FeinWerk Einkauf, Produktion und Karte. Strauch kümmert sich um Wein, Service und Backoffice. Dass beide zusammengefunden haben, nennt Strauch eine „Liebesheirat“.

Zum FeinWerk soll bald ein kleines Store-Konzept gehören. Wer seinen Lieblingswein entdeckt, kann ihn zu Ladenpreisen mitnehmen. Dazu gibt es Feinkost, besonderes Olivenöl oder Jahrgangssardinen. Alle sechs bis acht Wochen sind Winzerabende geplant, bei denen die Winzer selbst durch den Raum gehen, erzählen, einschenken und ihre Weine zum Menü vorstellen.

Die Wochenenden sind oft gut gebucht, viele Gäste kommen wieder. Strauch nennt sie liebevoll „Wiederholungstäter“. Der nächste Schritt ist die Außengastronomie ab Ende Juni. Dann gibt es neben dem Innenraum auch einen Platz für lange Sommerabende. Wein im Glas, alte Mauern im Rücken und Dorsten vor der Tür.

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