Zum Inhalt springen
Ausstellung: Dignity – Ágnes Lukács und Burkhard Schittny
Foto: Burkhard Schittny

Ausstellung: Dignity – Ágnes Lukács und Burkhard Schittny

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Mit "Dignity" präsentiert das Jüdische Museum Westfalen vom 18. Oktober 2026 bis zum 18. April 2027 im Jüdischen Museum Westfalen zwei künstlerische Perspektiven zur Schoa: die unmittelbare Zeugenschaft einer Überlebenden und die zeitgenössische Auseinandersetzung eines Künstlers mit dem historischen Geschehen.

Hunger, Angst und Verzweiflung bestimmten das Leben in den Konzentrationslagern der nationalsozialistischen Diktatur. Ein System, darauf auslegt, die Gefangenen zu entmenschlichen. Der Kampf um das Überleben, aber auch um die Bewahrung der Menschenwürde spiegelt sich eindringlich in den Arbeiten der Schoa-Überlebenden Ágnes Lukács. Die ungarisch-jüdische Künstlerin überlebte Auschwitz und diverse Außenlager von Groß-Rosen und Neuengamme. Ihre Erfahrungen in den Lagern hielt sie in Zeichnungen, Drucken, Aquarellen und Ölbildern fest.

Der in Hamburg lebende Künstler Burkhard Schittny hat vor einigen Jahren ihr Werk entdeckt und angefangen, ihre Bilder zu sammeln. Aus der intensiven Beschäftigung mit der Grafik „Összebújva“ („Eng beieinander“, 1945/46) entstand vor einigen Jahren eine eigene Arbeit. Ágnes Lukács drückt in „Összebújva“ weibliche Solidarität im Angesicht der Unterdrückung im Frauenlager Auschwitz aus; ein Motiv, das sie wiederholt aufgriff und überarbeitete. In der filmischen Arbeit „Dignity – Tribute to Ágnes Lukács“ (2021) tritt Schittny in direkten Bezug zu dieser Zeichnung und transferiert sie in die Gegenwart. Wie Lukács setzt Schittny mit „Dignity“ ein Zeichen gegen die Entmenschlichung in den Konzentrationslagern, in dem Bemühen den Dargestellten ihre Würde zurückzugeben.

Ab dem 18. Oktober 2026 präsentiert das Jüdische Museum Westfalen Arbeiten von Ágnes Lukács aus dem Bestand von Burkhard Schittny sowie aus der hauseigenen Sammlung in einer Gegenüberstellung mit Kunstinstallationen zum Thema Verfolgung und Zwangsarbeit von Burkhard Schittny. Es entsteht so ein spannungsreiches Verhältnis zwischen der Perspektive einer Schoa-Überlebenden auf den Kampf um die Bewahrung der Würde unter unmenschlichen Bedingungen und einer modernen Sicht auf die heutige Verantwortung zur Wiederherstellung dieser Würde. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Info
Jüdisches Museum Westfalen

Artikel teilen:

Mehr aus Ihrem Vest: